Nach vier Jahren Pause ist es endlich da:

 

das dritte Album des Ausnahmegitarristen, Marc Hirte. Und wie mit den von Kritikern und Publikum hochgeschätzten Vorgängerwerken ist dem 42jährigen Saitenzauberer auch mit THERE TO HEAR erneut ein Gitarrenalbum gelungen, wie es faszinierender kaum sein könnte: Einmal mehr lotet Hirte hier alle Klänge und Möglichkeiten der modernen Instrumentalmusik aus, und entführt seine Hörer in faszinierende Soundgebäude und rhythmisch pulsierende Klanglandschaften. Rockig-orchestrale Kompositionen wechseln sich mit fein gesponnenen akustischen Melodieteppichen ab, auf federnd-tanzbare Club-Rhythmen folgen entspannte balladeske Kompositionen. Doch im Gegensatz zu manchen anderen Top-Gitarristen versteckt sich Marc Hirte hier nicht hinter seiner Virtuosität. There to Hear klingt erstaunlich poppig. Viele Stücke setzen sich schon beim ersten Auflegen als Ohrwurm im Kopf des Hörers fest. Immer wieder setzt Hirte dabei verblüffende virtuose Glanzlichter, ohne jemals die Komposition aus den Augen zu verlieren. Doch der ganze Facettenreichtum seines Spiels zeigt sich erst beim mehrmaligen intensiven Hören. So möchte Hirte auch den Titel verstanden wissen: "Der Albumtitel THERE TO HEAR drückt natürlich einerseits den Daseinszweck jeder CD aus: angehört zu werden. Andererseits bezieht sich der Titel auch auf den Hörvorgang an sich. Denn wer seine ganze Aufmerksamkeit der Musik widmet und richtig zuhört, hört völlig auf zu denken und entspannt sich."

In Zeiten von immer mehr Fastfood-Musik ein wohltuender Gedanke. Die vierjährige Veröffentlichungspause seit seinem 96er-Album SECOND NATURE nutzte der Sohn eines bekannten Kammersängers, um sich musikalisch weiter zu entwickeln. Hirte baute ein eigenes Tonstudio auf und begann, darin auch andere Bands und Musiker zu aufzunehmen. "Durch die Arbeit mit verschiedenen Leuten aus ganz unterschiedlichen Sparten von Pop bis Jazz hat sich mein musikalischer Horizont noch mal erweitert", berichtet Marc Hirte. THERE TO HEAR produzierte Marc Hirte jetzt fast völlig im Alleingang im eigenen Digitalstudio. "Die Arbeit bei mir zu Hause habe ich als echten Befreiungsschlag erlebt", berichtet Hirte. "Die Technik ermöglichte es mir, mein musikalisches Vokabular zu erweitern." So flirtet der klassisch ausgebildete Musiker hier mit aktuellen Strömungen der elektronischen Dancemusic wie Drum`n`Bass, House oder Techno. Dennoch bleibt das Ergebnis Marc Hirte pur. "Die Studiotechnik ist nur ein Mittel, um meine Musik in aktuelle Gewänder zu kleiden und dennoch meinem Stil treu zu bleiben."

Für drei Stücke verlässt THERE TO HEAR sogar das gewohnte Terrain der Instrumentalmusik. Gemeinsam mit dem Sänger Zam Helga (ehemals Helga Pictures, aktuelle Band: Rauhfaser) nahm Hirte mit Take your time, Fulfilling Visions und The Ballad drei intelligente moderne Rocksongs auf, die das Album durch interessante Farbtupfer bereichern. Erstmals verewigte Hirte zudem mit Tracks wie Earth surroundings oder The monkey auch Teile seines Live-Programms auf CD. Auf der Bühne nimmt der Gitarrist Rhythmusparts mit Hilfe eines Samplers auf, den er per Fußschalter steuert. Über diese live eingespielten Loops improvisiert er und baut immer weitere Rhythmusfiguren ein, bis es im Ein-Mann-Betrieb den Anschein erweckt, ein ganzes Saitenorchester sei am Werk. Mit derlei dichten Klanggemälden verblüffte Hirte bei seinen Auftritten rund um die Welt nicht nur Fachpresse und Publikum. Bei Messe-Showcases und Konzerten gemeinsam mit so illustren Top-Stars wie Al di Meola, Slash, Steve Howe, Chet Atkins, Larry Coryell oder Gregg Bissonette hinterließ der sympathische Stuttgarter stets einen bleibenden Eindruck unter den Größen der Zunft. Bei aller musikalischen Vielfalt stehen auf THERE TO HEAR Hirtes Lead- und Rhythmusgitarren stets im Vordergrund. Seine Gitarrenarbeit weist hier jederzeit die unverwechselbare, eigenständige Handschrift eines echten Könners auf. Es ist der klare, nuancenreiche Ton, der ihn aus der Masse der Gitarristen deutlich heraus stechen lässt. Virtuos streift der in den USA ausgebildete Stuttgarter dabei alle Spieltechniken, die moderne Gitarren-Instrumentalmusik spannend und zeitgemäß machen. Von Eddie van Halens Two-Hand-Tapping bis hin zu komplexen mehrstimmigen Melodien im Stile eines Tuck Andress – mal fließend wie Allan Holdsworth, dann wieder rasend schnell, wie Saitensprinter Shawn Lane. Ungeachtet seiner meisterhaften Technik wirkt Hirtes Spiel dennoch niemals steril. Bei aller Perfektion geht es ihm vorrangig um den wahren Ausdruck von Gefühlen. "Am Ende des Tages zählt doch immer nur eine interessante, zeitlose Melodie, die beim Hörer Emotionen auslöst", fasst Marc Hirte seine musikalische Philosophie zusammen. Dem ist nichts hinzuzufügen.